Jacob A. Riis. Light in Dark Places

Ausstellung: 21.01. - 14.05.2017

Im Frühling 2017 zeigt das Ribe Kunstmuseum eine Ausstellung über Jacob A. Riis, der in der Zeit um die vorige Jahrhundertwende für seine bahnbrechenden fotojournalistischen Arbeiten in der USA bekannt wurde.

"I scrubs. Little Katie".  1891-92. Museum of the City of New York.
"I scrubs. Little Katie". 1891-92. Museum of the City of New York.

Viele Jahre wurde Jacob A. Riis in den USA für seine fotojournalistische Arbeit gelobt. Er war rund um die vorige Jahrhundertwende daran beteiligt, die elenden sozialen Verhältnisse, unter denen Tausende von Menschen in der rasch wachsenden amerikanischen Großstadt New York litten, zu beleuchten und zu verbessern.

Als Journalist schrieb Riis über das Leben in den Slums der Stadt und die ungeheuerlichen Folgen, die die steigende Armut für Tausende von Menschen, die in die USA eingewandert waren, mit sich brachte. Unmenschlicher Lebensstandard, Arbeitslosigkeit, Kriminalität und gesundheitsgefährdende Verhältnisse gehörten zum Alltag vieler Immigranten, die rasch die Kehrseite des Traums der „Neuen Welt“ im Westen kennenlernten. Als Riis Ende der 1880er Jahre mit seinen Fotoreportagen in den Slumquartieren von New Yorks Lower East Side begann, erhielten die Not und das Elend plötzlich reale Gesichter. Bisher hatte man von den prekären Verhältnissen nur in Zeitungen und Zeitschriften gelesen, davon gehört oder versucht, sich diese vorzustellen.

Die fotojournalistische Arbeit bedeutete einen ausschlaggebenden Wendepunkt für Riis. Innerhalb kurzer Zeit schuf er sein Lebenswerk, dessen Treibkraft die Hoffnung war, die trostlosen Lebensumstände der Armen zu verbessern. Riis hatte großen Erfolg mit seinen illustrierten Vorträgen, mit denen er bis zu seinem Tod in der ganzen USA unterwegs war. Die Schilderungen von seinen persönlichen Erlebnissen in New Yorks Slums und seine – für jene Zeit – eigentümliche Art zu erzählen, wie die sogenannte „andere Hälfte“ (wie auch der Titel eines Buches von Riis heißt, das er 1890 veröffentlicht hat) lebte – also die Armen, die wirklich Armen – setzten markante und entscheidende Zeichen in der amerikanischen Gesellschaft. Später sollte Riis’ Arbeit dazu beitragen, soziale Reformen zu bewirken, die nicht nur die soziale Tagesordnung veränderten. Zudem hatte seine Arbeit auch einen reellen Einfluss auf die amerikanische Politik.

In der Ausstellung Jacob A. Riis. Light in Dark Places werden Fotografien, Textauszüge, Magazine, Briefe und fotografische Artefakten die Arbeit von Jacob A. Riis beleuchten. Gemeinsam schildern sie auf einmalige Weise die Geschichte einer Pionierarbeit und gleichzeitig einen wichtigen Teil der amerikanischen Geschichte.
Die Ausstellung war ursprünglich vom Museum of the City of New York erarbeitet worden. Später wurde sie in der Library of Congress, Washington D.C. und in der Kunstforeningen GL STRAND in Kopenhagen gezeigt.

Die Ausstellung wird unterstützt von Dronning Margrethes og Prins Henriks Fond, A.P. Møller og Hustru Chastine Mc-Kinney Møllers Fond til almene Formaal und Terra Foundation for American Art