Lebenszeit. Reife Frauen in der Kunst
13. Juni 2026 – 20. September 2026
Wie oft sehen wir ältere Frauen in der Kunst, im Fernsehen, auf der Bühne oder im Kino? Seit vielen Jahren berichten ältere Schauspielerinnen und Musikerinnen davon, wie Rollen verschwinden, wenn sie in den Jahren sind, oder wie Einladungen zu Auftreten ausbleiben, sobald das Alter sich zeigt. Gleichzeitig ist die Zahl von Frauen, die Schönheitsoperationen oder andere Eingriffe, die die Spuren der Alter entfernen sollen, vornehmen lassen, sprunghaft angestiegen.
Trotz des Fokus auf die Repräsentation von Frauen in den letzen Jahren, ist ein Aspekt vernachlässigt worden: das Altern. Die Ausstellung ”Lebenszeit. Reife Frauen in der Kunst” knüpft an die Wiederentdeckung bahnbrechender Künstlerinnen der Moderne an und erzählt, was mit ihnen geschah, als sie alt wurden. Die Ausstellung zeigt, wie das Alter und besonders die alternde Künstlerin selten dieselbe Anerkennung und denselben Respekt erfuhren wie in ihrer Jugend. Die Ausstellung stellt somit sowohl das Leben der Künstlerinnen als auch die Ästhetik des Alters in den Mittelpunkt und trägt zu einer nuancierteren kunsthistorischen Erzählung von Alter und Geschlecht bei.
Die Ausstellung beleuchtet die Generation von Künstlerinnen, denen das Stimmrecht und der Zutritt zur Kunstakademie gewährt wurden, die aber immernoch gegen das Interesse der Gesellschaft für schöne, junge Frauenkörper kämpften und gleichzeitig das Altern ihrer eigenen Körper bezeigten. Die Ausstellung präsentiert Werke von unter anderem Anna Ancher, Anne Marie Carl-Nielsen, Bertha Wegmann, Anna E. Munch, Olivia Holm-Møller, Marie Sandholt und Susette Holten, geborene Skovgaard. In ihren Werken zeigen sie Frauenkörper, die älter geworden sind, mit Empathie, Würde und und oft als immer noch aktiv.
Die Ausstellung basiert auf einem Konzept der amerikanischen Kunsthistorikerin Alice M. Rudy Price, die ihre Dissertation über Anna Ancher verfasste. Begleitet wird es von einem forschungsbasierten Katalog mit Artikeln von Alice M. Rudy Price, Carina Rech, Marie Laulund, Yvette Brackmann und Pernille Rom Bruun. Anschliessend wird die Ausstellung im Skovgaard Museum in Viborg (10.10.26 – 7.2.27) und im Bornholmer Kunstmuseum (8.3. – 26.9.27) gezeigt.
Die Ausstellung wird unterstützt von: Ny Carlsbergfondet, Augustinus Fonden, William Demant Fonden, A.P. Møller Fonden, Becket-Fonden, Hoffmann og Husmans Fond, Aage og Johanne Louis-Hansens Fond
Bertha Olga Vilhelmine Herlich Dorph (f. Green), Bertha Wegmann, u.å. Olie på lærred, 85 x 67 cm.
Kreditering og Foto: Frederiksborg Nationalhistorisk Museum
Detail des Werks